Fußball: Kreis Münster Schiedsrichter-Chef Hagemann nennt Hockey und Handball als Vorbilder

(Quelle: WN, Foto: Johannes Oetz)
Münster – Philipp Hagemann pfeift nicht nur selbst regelmäßig Spiele, sondern ist als Schiedsrichter-Chef des Kreises Münster auch hinter den Kulissen aktiv. Beim Redaktionsbesuch äußerte er sich zum neuen Regelwerk, der Resonanz der heimischen Vereine und zur Frauenquote. Von Alexander Heflik

Und dann ließ Philipp Hagemann die Katze aus dem Sack. Die Regel 12 sei seine persönliche „Lieblingsregel“. Nun gut, er findet eigentlich alle gut, das gehört zu seinem Job. Dazu muss man aber wissen, dass unter diesem Paragrafen auf zwölf Seiten „Fouls und unsportliches Verhalten“ definiert sind. Es ist das Kerngeschäfts eines Referees, und Hagemann ist Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichterausschusses, zudem selbst aktiv.

Der SPD-Ratsherr aus Münster, Stammverein BSV Roxel , war zu Gast im Redaktionsgespräch dieser Zeitung. Wenige Tage vor dem Saisonstart legte er einige Neuerungen dar. Der Ernst des Lebens beginnt in den meisten Amateurklassen am Wochenende. Das International Football Association Board (IFAB) hat die Dinge erneut modifiziert, sie gelten von Champions League bis Kreisliga C. ► Handspiel: Hagemann stellt klar, dass jedes Vergehen oberhalb der Schulter als solches zu werten ist. Im Bodenbereich, also wenn ein Spieler sich im Zweikampf abstützt und angeschossen wird, ist es kein Elfmeter im Strafraum. „Damit ist schon viel konkretisiert“, sagt er. Und: „Man kann mit der Hand kein Tor erzielen.“ ► Schiedsrichterball: Verändert ein Referee die Flugbahn des Leders, gibt es Schiedsrichterball für die Mannschaft, die zuletzt in Ballbesitz war. Bislang galt, dass der Unparteiische „Luft ist“. Wird etwa ein Schwarzkittel angeschossen, und der Ball fliegt ins Tor, wird der Treffer nun nicht gegeben.

Und dann ließ Philipp Hagemann die Katze aus dem Sack. Die Regel 12 sei seine persönliche „Lieblingsregel“. Nun gut, er findet eigentlich alle gut, das gehört zu seinem Job. Dazu muss man aber wissen, dass unter diesem Paragrafen auf zwölf Seiten „Fouls und unsportliches Verhalten“ definiert sind. Es ist das Kerngeschäfts eines Referees, und Hagemann ist Vorsitzender des Kreis-Schiedsrichterausschusses, zudem selbst aktiv.

Der SPD-Ratsherr aus Münster, Stammverein BSV Roxel , war zu Gast im Redaktionsgespräch dieser Zeitung. Wenige Tage vor dem Saisonstart legte er einige Neuerungen dar. Der Ernst des Lebens beginnt in den meisten Amateurklassen am Wochenende. Das International Football Association Board (IFAB) hat die Dinge erneut modifiziert, sie gelten von Champions League bis Kreisliga C. ► Handspiel: Hagemann stellt klar, dass jedes Vergehen oberhalb der Schulter als solches zu werten ist. Im Bodenbereich, also wenn ein Spieler sich im Zweikampf abstützt und angeschossen wird, ist es kein Elfmeter im Strafraum. „Damit ist schon viel konkretisiert“, sagt er. Und: „Man kann mit der Hand kein Tor erzielen.“ ► Schiedsrichterball: Verändert ein Referee die Flugbahn des Leders, gibt es Schiedsrichterball für die Mannschaft, die zuletzt in Ballbesitz war. Bislang galt, dass der Unparteiische „Luft ist“. Wird etwa ein Schwarzkittel angeschossen, und der Ball fliegt ins Tor, wird der Treffer nun nicht gegeben.

Beim Libapokal in Gievenbeck wurde extra ein Workshop für Trainer zu den Regeln angeboten. „Die Resonanz war ordentlich. Ein Drittel der Vereine war vertreten“, so Hagemann, der seit dreieinhalb Jahren die Kreis-Zunft anführt. ► Münzwurf: Bei Anpfiff bekommt der Gewinner nicht nur den Ballbesitz, sondern kann sich auch die Spielhälfte aussuchen. ► Freistoß: Angreifer dürfen sich bei einem Freistoß nicht mehr in die Mauer der verteidigenden Mannschaft drängeln, der Mindestabstand beträgt einen Meter. ► Gelbe Karte für Trainer: Alle Teamoffiziellen können verwarnt werden. In den Profiligen soll viermal Gelb für einen Coach zur Sperre führen. Im Amateurbereich erhofft sich Hagemann, „nervöse Ersatzbänke in den Griff zu kriegen“. Denn, so der Obmann: „Gerade beim Jugendfußball ist das größte Problem der Rand.“ Ist die Unruhe oder Moserei einer Ersatzbank zuzuordnen, kann stellvertretend der Trainer verwarnt werden. ► Spielerwechsel: Ein Akteur, der ausgewechselt wird, hat ab sofort den kürzesten Weg zur Außenlinie zu gehen. „Zeitschinden“ soll so minimiert werden, das nicht selten auch deshalb übertriebene theatralische „Abklatschen“ entfällt.

Ein heikles Thema bleibt die „Debattenkultur“ im Fußball. „Am Handball oder Hockey kann sich unser Sport ein Beispiel nehmen“, sagt Hagemann. Schauspielerei, Diskussionen um Fouls, Blockieren von Freistößen, um nur drei Dinge zu nennen, also jede Form von unsportlichem Verhalten stören Hagemann und seine Kollegen. Andere Sportarten sind da viel weiter in Sachen Fair Play und Akzeptanz des Referees.

Im Fußballkreis Münster ist die Schiedsrichter-Welt immerhin noch in Ordnung mit rund 300 Referees. Nachbarkreise haben da größere Sorgen. Allerdings ist die Frauenquote mit einer Handvoll weiblicher Mitglieder deutlich steigerungswürdig. Mit Vanessa Arlt, die Partien der Frauen-Bundesliga wie auch internationale Spiele leitet, ist dennoch eine Dame das Aushängeschild im Kreis. Zudem leitet der Beelener Florian Exner Begegnungen der 3. Liga, Patrick Holz vom BSV Roxel ist bereits als Linienrichter in diesen Ligen aktiv. Es tut sich was. Auch im Fitnessbereich, regelmäßig bringt sich die Gilde unter der Anleitung von Preußen-Athletiktrainer Tim Geidies in Form. Die Saison darf also kommen.

10.08.2019 von: Norbert Krevert