Mit Hoffnung und Zuversicht ins neue Jahr!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Fußballkreises Münster!

Seit Ende Oktober ruht der Ball und die Sportplätze liegen still. Dabei waren wir vorsichtig optimistisch, dass wir nach dem Re-Start im September eine Saison ohne eine erneute Unterbrechung durchführen können. Zumindest durften wir feststellen, dass der Sport nicht die Ursache der steigenden Infektionszahlen und der damit verbundenen erneuten Saisonunterbrechung war. Die Hygiene-Konzepte der Vereine wurden erfolgreich umgesetzt und wir sind sehr stolz und dankbar, wie verantwortungsvoll Sie sich mit den Anforderungen auseinandergesetzt haben. Das war der Grundstein dafür, dass die Saison überhaupt starten konnte.

Das Jahr 2020 war gefüllt mit Sorgen, Ängsten und Hoffnung. Aber auch der „Verzicht“ war ein prägender Begriff, welcher uns vor allem seit März begleitet.
Noch nie zuvor fanden so wenig Fußballspiele statt wie im ablaufenden Jahr. Nie zuvor wurde so wenig trainiert und nie zuvor fand so wenig Vereinsleben statt. Ein Jahr ohne Meisterfeiern und Ehrungen. Ein Jahr ohne Emotionen im Endspurt einer Meisterschaft oder im Kampf um den Klassenerhalt. Dabei sind es oft genau diese Momente der Entscheidungen im sportlichen Wettkampf, warum wir den Mannschaftssport so sehr lieben.

Auch vermissen wir die Turniere in der Winterpause, die uns seit Jahrzehnten zum Jahreswechsel begleiten. Als Beispiele nenne ich die Stadtis in Berg-Fidel, den Ausber-Cup, den LEG-Cup, die Warendorfer HKM oder die Frauen HKM sowie die Stadtis der Frauen. Auch die vielen Turniere der Juniorinnen und Junioren reihen sich hier ein. Bei diesen Turnieren geht es nicht nur um herausragende Wettkämpfe vor vollen Rängen. Hier kommen auch Menschen aus allen Vereinen und Funktionsebenen zusammen, die den Kreis Münster prägen und gestalten. Die vielen Gespräche, die im Rahmen der Turniere stattfinden, sind eine sehr wichtige Basis für die Arbeit in den Vereinen und im Kreis. Das „Team-Schiedsrichter“ konnte auch wegen diesen Turnieren zu einer echten Einheit zusammenwachsen. Selbst unsere höchstrangigen Schiedsrichter freuen sich immer wieder auf Ansetzungen bei den heimischen Turnieren.
Daher liegt es mir am Herzen auch in diesem Jahr – wo wir keinen Budenzauber erleben – den Organisatoren und Helferteams aller Turniere der letzten Jahre für die unzähligen Stunden der Vorbereitung und Durchführung zu danken. Diesen Dank verbinde ich gerne mit der Bitte und dem Wunsch, dass alle „Turniermacher“ im nächsten Jahr mit dem gleichen Eifer wieder zur Stelle sind. Denn alle Turniere sind weitaus mehr als Pausenfüller, sondern teils auch Traditionsturniere mit einer hohen Bedeutung für die Vereine und dem gesamten Fußballkreis Münster. Gerade in diesem Jahr – wo kein Ball durch die stimmungsvollen Hallen rollt – wird einem die Bedeutung dieser Turniere noch einmal besonders bewusst.

So schwer uns allen der Verzicht fällt, so notwendig sind aber auch die Maßnahmen und Einschränkungen, die wir in dieser Zeit akzeptieren müssen.
Trotz der Krise und vielen offenen Fragen habe ich einen Fußballkreis erlebt, der in einer schweren Zeit eng zusammengerückt ist. Der Zusammenhalt und die vielen Gespräche, die ich, meine Kollegen aus dem Vorstand und aus den Ausschüssen mit Ihnen führen durften, waren geprägt von Respekt, Wertschätzung und Verantwortung.
So darf ich bei all den Sorgen und der Ungewissheit mit einer gewissen Erleichterung feststellen, dass der Kreis Münster in schweren Zeiten stark genug ist, Krisen gemeinsam zu überwinden und wir den Blick voller Hoffnung und Zuversicht nach vorne richten.
Nach der Pandemie muss es unser aller Ziel sein, dass wir die Mitglieder unserer Vereine wieder aus den Häusern hin zu den Sportanlagen locken. Denn die Werte eines Sportvereins und der besonderen Gemeinschaft, die Werte des Teamgeistes und der Geselligkeit, müssen wieder in den Fokus unserer Gesellschaft rücken.
Das Risiko, dass sich Mitglieder während der sportfreien Zeit vom Verein abwenden, ist nicht zu unterschätzen. Daher habe ich – wie schon im Frühjahr – mit großer Begeisterung feststellen dürfen, wie kreativ sich manche Vereine auch über die sozialen Netzwerke organisieren und mit einem digitalen Vereinsangebot nicht nur präsent sind, sondern damit auch Mitglieder begeistern, binden und vielleicht auch gewinnen.

Doch im Jahr 2020 drehte sich nicht alles um die Pandemie.
Im Februar wurde unsere Vorsitzende für Vereins- und Kreisentwicklung, Irmi Venschott, mit dem Sport-Oscar der Westfälischen Nachrichten ausgezeichnet. Im November folgte der NRW-Preis für die Kategorie „Gewaltfrei“.
Diese Auszeichnungen sind nicht nur für Irmi Venschott und dem Kreis Münster ein besonderer Erfolg, sondern vor allem für die Kinder und Jugendlichen in den Vereinen. Irmi Venschott hat es geschafft, ein Tabuthema zu brechen und verbandsweit zu platzieren. Zudem stellt ab der neuen Saison jeder Verein im Kreis verpflichtend einen Präventionsbeauftragten zum Thema „Gewalt und Missbrauch“. Es muss unser oberstes Gebot sein, dass sich Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene im Sportverein sicher und geborgen fühlen. Es ist uns gelungen, mit den ersten Maßnahmen gleich einen Meilenstein zu setzen. Darauf dürfen wir alle sehr stolz sein! Es lässt sich nur erahnen wie vielen Kindern Unheil erspart bleibt, weil dieses Thema mehr und mehr an Aufmerksamkeit in unsere Vereine und in der Gesellschaft gewinnt.

Mit besonderer Freude haben wir im Januar erleben dürfen, als beim „Ball des Sports“, unser – nun ehemaliger – Kreiskassierer und langjähriger Schiedsrichter Horst Hagemann mit der Ehrenplakette „Friedensreiter“ des Stadtsportbundes Münster ausgezeichnet wurde.
Damals war noch nicht absehbar, dass er seinen Posten im Herbst abgeben wird. Doch so war die verdiente Auszeichnung noch ein echtes Highlight zum Ende seiner Funktionärskarriere. Im Oktober ist er mit dem Wunsch an uns herangetreten, künftig noch mehr Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen zu wollen. Einen schönen Grund zum Aufhören gibt es kaum. Wir sind Horst Hagemann für seine hohen Verdienste sehr dankbar und wollen ihn im Februar angemessen aus dem Kreisvorstand verabschieden.
Als Nachfolger für dieses verantwortungsvolle Amt des Kreiskassierers konnten wir mit Matthias Wobbe einen Funktionär gewinnen, der den Kreis Münster seit Kindheitstagen kennt und seit zwei Jahren zuverlässig und souverän seinen Verpflichtungen im Kreisfußballausschuss als Staffelleiter nachkommt. Zudem sind wir glücklich, dass wir mit der Neubesetzung auch eine zukunftsorientierte Lösung finden konnten.

Sehr geehrte Damen und Herren, abschließend ist es mir besonders wichtig, mich – auch im Namen meiner Kollegen aus dem Kreisvorstand – bei Ihnen für Ihre herausragende ehrenamtliche Arbeit zu bedanken. Sie haben Herausforderungen gemeistert, die vor einem Jahr noch undenkbar waren. Trotz privater und/oder beruflichen Sorgen haben Sie Ihren Verein nicht den Rücken gekehrt, sondern sich der Verantwortung gestellt. Das betrachten wir alle nicht als selbstverständlich. Vielen Dank!

Auch wenn die Feierlichkeiten an Weihnachten und zum Jahreswechsel eher klein ausfallen, so wünsche ich Ihnen und Ihren Familien besinnliche Weihnachtstage, einen guten Rutsch ins neue Jahr und vor allem wünsche ich Ihnen und Ihren Familien Gesundheit und ein sorgenfreies, neues Jahr 2021.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Krevert
Kreisvorsitzender

(Foto: Heimspiel)

18.12.2020 von: Norbert Krevert