Schweigeminute für die Opfer des antisemitisch motivierten Anschlags

Mit Bestürzen musste am vergangenen Mittwoch – am höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur, dem Versöhnungsfest – Deutschland und die Welt vom schrecklichen antisemitischen und rechtsextremistischen Attentat an der Synagoge in Halle a. d. Saale erfahren. Als Zeichen gegen antisemitisch und rassistisch motivierte Gewalt und im Gedanken an die Opfer bittet der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) seine Vereine, an diesem Wochenende Schweigeminuten vor allen Meisterschaftsspielen einzulegen.

„Mit dem Anschlag wurden Ängste, die sich auch aufgrund der politischen Tendenzen der jüngsten Vergangenheit aufgebaut haben, auf grausame Art bestätigt. Dennoch dürfen wir alle diese Tat nicht isoliert betrachten, sondern uns bewusst machen, dass antisemitische Angriffe zum traurigen Alltag gehören“, sagen Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland e. V. und FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski unisono.

Der FLVW zeigt dauerhaft Flagge gegen Antisemitismus und Rassismus. Vor wenigen Wochen wurde die Kampagne #WirSindUnsEinig ins Leben gerufen. Zudem unterstützt der Verband Aktionen wie „NieWieder!“, den DFB-Integrationspreis, den Julius-Hirsch-Preis und bietet zahlreiche integrative Projekte an.

Für das anstehende Wochenende bittet der FLVW daher alle Vereine aus Westfalen, bei den Spielen zwischen dem 11. – 13.10.2019 den Opfern des antisemitisch motivierten Anschlags von Halle durch Einlegen einer Schweigeminute zu gedenken.

Stadiondurchsage für Vereine

Zur Einleitung der Schweigeminute hat der FLVW eine Stadiondurchsage erstellt, die gern auf den Platzanlagen in ganz Westfalen verlesen werden darf.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,

wir möchten Sie nun um einen Moment der Aufmerksamkeit bitten:

Am Mittwoch ist es in Halle an der Saale zu einem unbeschreiblichen Verbrechen gekommen. Bei einem antisemitisch motivierten Anschlag sind zwei Menschen getötet, viele weitere verletzt und traumatisiert worden.

Wir, der [Heimverein], unsere Gäste vom [Gastverein] und die gesamte Fußballfamilie in Deutschland sind fassungslos über diese abscheuliche Tat. Wir sagen Nein zu Gewalt, Hass, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung jeglicher Art.

Meine Damen und Herren,
im Gedenken an die Opfer bitten wir Sie nun um einen Moment der Stille.

11.10.2019 von: Norbert Krevert