Sieger BW Aasee: Sepp-Herberger-Urkunden 2018 verliehen

Foto: Abteilungsleiter Dietmar Sonius von BW Aasee (8. von l.) nach der Siegerehrung 

Ehre, wem Ehre gebührt – am Montagabend haben im Rosengarten in Mannheim im feierlichen Rahmen 15 Preisträger die Sepp-Herberger-Urkunde für ihr besonderes ehrenamtliches Engagement verliehen bekommen. Die Geehrten wurden ausgezeichnet in die Kategorien Behindertenfußball, Resozialisierung, Schule und Verein, Fußball Digital sowie Sozialwerk. Vergeben wurden Geld- und Sachpreise in einer Gesamthöhe von 60.000 Euro.

HSV-Legende Uwe Seeler (li.) und der WDFV Präsident Hermann Korfmacher (re.) gratulieren Dietmar Sonius bon BW Aasee

Bei der Feierstunde, durch die ZDF-Moderator Norbert König führte, waren rund 130 Gäste anwesend, darunter DFB-Präsident Reinhard Grindel, DFB-Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge sowie die DFB-Vizepräsidenten Eugen Gehlenborg und Ronny Zimmermann. Darüber hinaus folgten zahlreiche prominente Freunde und Weggefährten der Einladung der Stiftung und kamen zu Ehren der Preisträger in Herbergers Heimatstadt: Uwe Seeler, Horst Eckel, Ottmar Hitzfeld, Otto Rehhagel, Dr. Markus Merk, FIFA-Referee Christian Dingert, Klaus Schlappner, Reinhold Beckmann, Wolfgang Dremmler, Axel Roos, Timo Hildebrand und Ex-Nationalspieler Martin Wagner.

„Wir müssen informieren, interessieren und emotionalisieren“, unterstrich Grindel. Dass dies auf eindrucksvolle Art und Weise gelingt, bewies einmal mehr die Feierstunde. Mehrfach bewegten die Schilderungen in den Laudationen die Gäste zu gebanntem Schweigen, herzlichem Lachen und stehenden Ovationen. Diese Impulse will die Sepp-Herberger-Stiftung mit ihrer Würdigung setzen. Sie will Menschen mitnehmen und animieren, den vielen Vorbildern aus den Fußballvereinen in der Republik nachzueifern.

Behindertenfußball: SV Blau-Weiß Aasee

Der erste Platz in der Kategorie „Behindertenfußball“ ging an den SV Blau-Weiß Aasee aus Münster. Der Verein setzt sich besonders für die Integration behinderter Menschen ein und fördert den inklusiven Sport. Dietmar Sonius ist der Motor der Initiative. Als Förderschullehrer bringt er das nötige Know-How mit. Er arbeitet an einer Schule mit intensiv-pädagogisch zu fördernden Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig ist er seit 25 Jahren als Trainer und Funktionär (Jugendobmann) im Verein tätig. Ihm gelang es, eine Idee nicht nur in die Tat umzusetzen, sondern auch dauerhaft als zusätzlich belebendes Element in die Vereinsarbeit zu integrieren. DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg, Vorsitzender der Sepp-Herberger-Stiftung, sagte zu dem Engagement des Vereins: „Es wird viel über Inklusion geredet. Hier beim SV Blau-Weiß Aasee wird es konkret gemacht.“

Beim SV Blau-Weiß Aasee sind allein 90 Spielerinnen und Spieler in inklusiven Angeboten über verschiedene Altersstufen tätig. „Wir haben elf Trainer, die uns dabei tatkräftig unterstützen, denn wir brauchen in diesen Mannschaften immer zwei Trainer und einen sogenannten Kümmerer“, erklärt Sonius. Dieser Kümmerer betreut die Kinder und Jugendlichen, die nicht dauerhaft am Trainingsbetrieb teilnehmen können, hilft zum Beispiel beim Schuhe zuschnüren oder beim Gang auf die Toilette. Das Schönste an der Sache: Blau-Weiß Aasee hat inzwischen Nachahmer in anderen Vereinen der Umgebung gefunden.

 

10.04.2018 von: Norbert Krevert