Bericht des Kreisvorsitzenden
Liebe Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter, liebe Sportlerinnen und Sportler,
ein ereignisreiches Jahr für den FLVW-Kreis Münster neigt sich dem Ende entgegen. Aus meiner Sicht war es ein harmonisches und zugleich historisches Jahr für unseren Kreis.
Besonders erfreulich ist die zunehmende Fair-Play-Kultur auf unseren Sportplätzen. Vor allem in der Hinrunde der laufenden Saison gab es kaum nennenswerte Vorfälle, und die Verfahren vor dem Sportgericht sind erheblich gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das ist Ihr Verdienst – und der Verdienst aller Spielerinnen und Spieler, die den Fokus immer stärker auf einen fairen Wettkampf legen. Genau das ist der Weg, den wir uns alle wünschen.
Im Juniorenbereich wünschen wir uns auch künftig zurückhaltende Eltern, die – ebenso wie unsere Trainerinnen und Trainer – eine wichtige Vorbildfunktion am Spielfeldrand einnehmen. Kinder orientieren sich stark am Verhalten der Menschen, zu denen sie aufschauen. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam darauf hinwirken, dass Fairness und Respekt schon in jungen Jahren verinnerlicht werden. Denn ein wertschätzender Umgang ist nicht nur im Sport von Bedeutung. Mir ist bewusst, dass dies ein dauerhafter Prozess ist, der von uns allen Geduld und Engagement erfordert.
Richtungsweisend war auch der personelle Umbruch im Kreis Münster. Auf dem Kreistag haben Sie mit viel Rückenwind vier neue Funktionsträgerinnen und Funktionsträger in den Kreisvorstand gewählt – alle unter 30 Jahre alt, darunter drei Frauen. Zum Vergleich: Als ich vor 20 Jahren in den Kreisvorstand gewählt wurde, war ich mit 35 Jahren der jüngste Funktionär im gesamten Kreis Münster. Ich empfinde es als wichtig und richtig, jungen Menschen Vertrauen zu schenken und Raum für ihre persönliche Entwicklung zu geben, damit sie ihr Profil schärfen und die Themen im Kreis Münster auch in Zukunft kompetent verantworten können. Davon profitieren vor allem die Vereine und die Entwicklung des Sports insgesamt. Doch jede Veränderung braucht Geduld und Vertrauen – und ich danke Ihnen herzlich, dass Sie diesen Weg mit einem positiven Votum unterstützt haben.
Damit sich die Vereine und der Kreis auch künftig stark entwickeln können, sind wir alle auf einen leistungsfähigen Dachverband angewiesen. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) leistet für die Vereine enorm viel – auch wenn das nicht immer auf den ersten Blick sichtbar ist. Sie haben von der viel diskutierten Beitragserhöhung Kenntnis genommen, die jeder Verein einmal jährlich – bemessen an der höchstspielenden Mannschaft im Verein – entrichten muss. Ich habe Verständnis dafür, dass die Kurzfristigkeit und die Höhe der Anpassung für Unmut gesorgt haben. Gleichzeitig bitte ich um Ihr Vertrauen in die Ständige Konferenz des FLVW – bestehend aus dem Präsidium und den Kreisvorsitzenden der 29 Kreise –, dass dieser Schritt notwendig war, um die Zukunftsfähigkeit des Verbandes zu sichern. Bildungsangebote, Talentförderung, die umfangreiche Organisation des Spielbetriebs sowie dringend erforderliche Sanierungen am SportCentrum sind nur einige Gründe, warum diese Anpassung unumgänglich war. Auch steigende Lohn- und Energiekosten dürfen wir nicht ignorieren.
Ich respektiere jede kritische Stimme und stehe Ihnen wie gewohnt gerne für Gespräche zur Verfügung, um die Notwendigkeit der Beitragserhöhung zu erläutern. Für März sind zudem regionale Vereinsdialoge geplant, um Ihre Anliegen aufzunehmen und Verständnis für die getroffenen Entscheidungen zu fördern. Gerade bei kritischen Themen ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben.
Seien Sie sicher: Uns sind die finanziellen Herausforderungen der Vereine bewusst. Dennoch tragen wir gemeinsam Verantwortung für einen starken Dachverband. Lassen Sie uns dabei die Sachlichkeit bewahren. Öffentliche Debatten – insbesondere in sozialen Netzwerken – halte ich hingegen für wenig zielführend. Sie führen oft zu Missverständnissen und emotionalen Zuspitzungen, die die Basis für einen konstruktiven und sachbezogenen Dialog gefährden. Der direkte Austausch bleibt der beste Weg, um Lösungen zu finden und Vertrauen zu stärken.
Scheuen Sie sich nicht, mich bei den anstehenden Turnieren anzusprechen oder telefonisch zu kontaktieren. So gelingt es uns, den Blick schnellstmöglich wieder auf die Herausforderungen zu richten, die uns im Sportalltag begegnen.
Wie viel wir gemeinsam bewirken, zeigen unter anderem diese Beispiele, die wir dank Ihres Feedbacks für den Sport im Kreis Münster im ablaufenden Jahr bereits umsetzen konnten. Das verdeutlicht, wie wertvoll der konstruktive und stets offene Austausch ist, den meine Kolleginnen und Kollegen und ich sehr an Ihnen schätzen.
• Flexibilisierung der A-Junioren zur besseren Bindung junger Fußballer
• Mitmach-Pool zur Gewinnung von Helferinnen und Helfern für die Vereinsarbeit
• Flexible Schiedsrichter-Ausbildung, um die Zahl der Schiedsrichter zu erhöhen und Ordnungsgelder zu vermeiden
• Fair-Play-Projekte in Print und digital unter dem Motto „Wir regeln das unter uns“
• Spiel-Check in Print und digital als Leitfaden für korrekte Spielberichte
Für das kommende Jahr stehen Projekte auf der Agenda, die gezielt junge Ehrenamtliche gewinnen und binden sollen. Das sind nur einige Beispiele, wie wir gemeinsam den Kreis Münster weiterentwickeln möchten, wovon vor allem die Vereine profitieren sollen.
Liebe Funktionsträgerinnen und Funktionsträger, lassen Sie sich auch von kritischen Entscheidungen nicht entmutigen, den Sport in unserer Region mit Ihrem unverzichtbaren Engagement weiter voranzubringen. Der unbezahlbare Mehrwert, den Sie für die Menschen in unserer Region schaffen, ist unvergleichlich. Sie geben Spielerinnen und Spielern in über 1.000 Mannschaften im FLVW-Kreis Münster einen festen Anlaufpunkt im Sportverein. Und was Sie insbesondere vor Ort in den Vereinen leisten, zeigt sich nicht nur im Jubel und den Emotionen Ihrer Mannschaften, sondern auch daran, dass unsere Meldezahlen im Kreis Münster stetig steigen. Dieser Zuwachs in den Vereinen ist ein beeindruckender Beweis für Ihre herausragende Arbeit an der Basis – dafür gebührt Ihnen große Anerkennung und Dank!
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest, alles Gute für das neue Jahr 2026 und vor allem Gesundheit!
Mit freundlichen Grüßen
Norbert Krevert
Kreisvorsitzender